
Psychologie / Verhaltenswissenschaft / Sozial
Psychologie / Verhaltenswissenschaft / SozialWahlinduzierte Präferenzänderung
Choice-Induced Preference Change
Schwierige Entscheidungen erzeugen Spannung, weil beide Optionen attraktiv waren.
Beliebtheit
Nützlichkeit
Aliasse
Freiwahl-Paradigma / Verbreitung von Alternativen / Einstellung-ändernder Süßigkeit-Experiment / Wahlrechtfertigungseffekt
Bereiche
Sozialpsychologie / Entscheidungsfindung / Einstellungsänderung / Verbraucherverhalten / Verhaltensökonomie
Definition
- Wahlinduzierte Präferenzänderung ist die Tendenz von Menschen, nach der Wahl zwischen zwei ähnlich attraktiven Optionen die gewählte Option mehr zu mögen und die abgelehnte Option weniger zu mögen, um die Entscheidung zu rechtfertigen.
Kernidee
- Harte Entscheidungen erzeugen Spannung, weil beide Optionen attraktiv sind.
- Nach einer Entscheidung dehnen Menschen mental die Unterschiede, sodass die Entscheidung offenkundig richtig erscheint.
- Wir offenbaren oft nicht nur unsere Präferenzen durch die Wahl, sondern gestalten sie danach auch um.
Wie es funktioniert
- Eine Person wählt zwischen Optionen, die anfangs ähnlich attraktiv waren.
- Die abgelehnte Option hat immer noch attraktive Merkmale, was zu nachträglicher Entscheidungsdissonanz führt.
- Um dieses Unbehagen zu reduzieren, wird die gewählte Option aufgewertet und die abgelehnte herabgewertet.
Beispiel für die Verwendung
- Nachdem eine Person sich für eines von zwei ähnlich attraktiven Jobangeboten entschieden hat, beginnt sie, sich auf die Stärken der gewählten Rolle und die Schwächen der abgelehnten Rolle zu konzentrieren und fühlt sich zunehmend sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben.
Berühmtes Beispiel
- Beispiel: Jack Brehms Free-Choice-Experiment von 1956, bei dem Teilnehmer wünschenswerte Gegenstände bewerteten, zwischen ähnlich beliebten Optionen wählten und später die gewählten Gegenstände höher und die abgelehnten Gegenstände niedriger bewerteten.
- Warum es zu dieser Regel passt: Der Akt der Wahl löste nachträgliche Entscheidungsrationalisierung und eine Streuung der Alternativen aus.
- Überprüfungsstatus: Dies ist ein klassisches Paradigma der kognitiven Dissonanz; spätere methodische Kritiken verfeinerten, wie es gemessen werden sollte, aber das Phänomen bleibt zentral in der Einstellungsänderungsforschung.
Anwendungsfälle / Situationen, in denen es zutrifft
- Verstehen, warum Menschen nach einer schwierigen Entscheidung stärker engagiert werden.
- Erklärung der nachträglichen Kauf-Rationalisierung und Selbstrechtfertigung des Käufers.
- Gestaltung von Verpflichtungen, bei denen die Wahl selbst die spätere Bindung stärkt.
Wann man es nicht verwenden sollte oder häufiger Missbrauch
- Verwechseln Sie diesen Free-Choice-Effekt nicht mit den Paradigmen der unzureichenden Rechtfertigung oder des verbotenen Spielzeugs; sie sind verwandt, aber unterschiedliche Dissonanzexperimente.
- Gehen Sie nicht davon aus, dass jede Entscheidung die Präferenz stark verändert; der Effekt ist am stärksten, wenn die Optionen ähnlich sind und die Entscheidung wichtig ist.
- Betrachten Sie post-choice Vertrauen nicht als Beweis dafür, dass die Wahl objektiv die beste war.
Regelerfindung / Ursprung
- Erfunden von: Jack W. Brehm.
- Jahr der Erfindung: 1956.
- Herkunftsland / Kontext: Sozialpsychologie der Vereinigten Staaten.
Belege / Forschungsgrundlage
- Grundlagenforschung zur kognitiven Dissonanz und das klassische Free-Choice-Paradigma unterstützen den Effekt, wobei spätere Arbeiten die Methode und Interpretation verfeinerten.