Heinrichs Gesetz-Illustration
Sicherheit / Management / Risiko
Sicherheit / Management / Risiko

Heinrichs Gesetz

Heinrich's Law

Schwere Ausfälle entstehen selten aus dem Nichts; sie sitzen auf einer Pyramide kleinerer Anzeichen.

Beliebtheit
Nützlichkeit
Aliasse
Heinrichs Gesetz / Unfall-Dreieck / 1:29:300-Regel / Sicherheits-Pyramide
Bereiche
Sicherheitsengineering / Luftfahrt / Betrieb / Risikomanagement / Qualität

Definition

  • Das Heinrichsche Gesetz besagt, dass hinter jedem schweren Unfall viele kleinere Vorfälle und eine weit größere Anzahl von Beinaheunfällen und latenten Gefahren stehen, sodass kleine Warnsignale als Indikatoren für größere Risiken verstanden werden sollten.

Kerngedanke

  • Schwere Ausfälle entstehen selten aus dem Nichts; sie sitzen auf einer Pyramide kleinerer Anzeichen.
  • Auf jeden großen Unfall kommen ungefähr 29 leichte Verletzungen und 300 Beinaheunfälle (und viele latente Risiken).
  • Das Handeln bei kleinen Vorfällen verhindert die seltene Katastrophe.

So funktioniert es

  • Die gleichen unsicheren Bedingungen führen meist zu Beinaheunfällen, gelegentlich zu geringfügigen Schäden und selten zu einer Katastrophe.
  • Die Ignorierung häufiger kleiner Warnsignale lässt die zugrunde liegende Gefahr bestehen.
  • Die Verringerung kleiner Vorfälle verkleinert die Basis der Pyramide und die Wahrscheinlichkeit des oberen Ereignisses.

Anwendungsbeispiel

  • Eine Fluggesellschaft, die jede kleine Anomalie und jeden Beinaheunfall sorgfältig protokolliert und untersucht, erkennt systemische Probleme, bevor sie zu einem Absturz führen.

Bekanntes Beispiel

  • Beispiel: Herbert William Heinrichs Verhältnis 1:29:300, das in der Luftfahrtsicherheit als "Heinrichs Gesetz" bekannt ist (hinter jedem schweren Unfall stehen 29 kleinere, 300 Beinaheunfälle und 1.000 verborgene Gefahren).
  • Warum es zu dieser Regel passt: Es quantifiziert die Warnpyramide unterhalb größerer Unfälle.
  • Verifizierungsstatus: Das Verhältnis ist eine einflussreiche Heuristik; die genauen Zahlen sind veraltet und umstritten, aber das Prinzip der eskalierenden Signale ist allgemein anerkannt.

Anwendungsfälle / Situationen, in denen es relevant ist

  • Sicherheitsmanagement und Meldung von Zwischenfällen.
  • Luftfahrt, Industrie und operationelles Risiko.
  • Qualitätssysteme, die Defekte und Beinaheunfälle verfolgen.

Wann man es nicht verwenden sollte / Häufige Fehlanwendungen

  • Die Zahlen 1:29:300 dürfen nicht in allen Situationen als exakt betrachtet werden.
  • Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Reduzierung kleiner Verletzungen allein alle größeren verhindert (einige schwere Ereignisse haben unterschiedliche Ursachen).
  • Man sollte systemische/organisatorische Faktoren nicht ignorieren, indem man sich nur auf Zählungen konzentriert.

Ursprung / Entstehung

  • Erfunden von: Herbert William Heinrich; die Luftfahrtvariante wird mit dem Namen "Hain/Heinrich" in Verbindung gebracht.
  • Erfindungsjahr: 1931 (Heinrichs Arbeit zur Arbeitssicherheit in der Industrie).
  • Land / Kontext der Entstehung: Arbeitssicherheit in den Vereinigten Staaten; später Luftfahrt.

Belege / Forschungsgrundlage

  • Das Unfall-Dreiecks-Konzept bildet die Grundlage der modernen Sicherheitspraxis, wobei die zeitgenössische Forschung die festen Verhältnisse verfeinert und kritisch betrachtet.